• Zwischen Pest und Cholera

Zwischen Pest und Cholera

23.07.2012    

In der Septembersession befasst sich der Grosse Rat mit der Initiative "Bern-erneuerbar", welche im Gebäudebereich (Heizung und Warmwasser) den vollständigen Verzicht auf fossile Brennstoffe (Öl, Gas, Fernwärme aus Kehrichtverbrennungsanlagen etc.) verlangt. Die völlig überrissene Initiative dürfte im Parlament keine Chance haben.

Zwischen Pest und Cholera

In der Septembersession befasst sich der Grosse Rat mit der Initiative "Bern-erneuerbar", welche im Gebäudebereich (Heizung und Warmwasser) den vollständigen Verzicht auf fossile Brennstoffe (Öl, Gas, Fernwärme aus Kehrichtverbrennungsanlagen etc.) verlangt. Die völlig überrissene Initiative dürfte im Parlament keine Chance haben.

Allerdings haben bürgerliche Politiker einen Gegenvorschlag lanciert, der der Initiative wie ein Ei dem andern gleicht und im Ergebnis das Gleiche fordert - sogar mit einem noch ambitiöseren Zeitplan.

Beides ist ganz einfach unrealistisch und stammt schlicht aus dem Tierbuch. Die Stimmberechtigten werden somit im kommenden März die Wahl haben zwischen Pest und Cholera. Sie können natürlich auch Vernunft walten lassen und beides ablehnen. Dass eine Mehrheit im Grossen Rat bisher den Gegenvorschlag unterstützte, liegt wohl entweder darin, dass man sich den Folgen nicht bewusst war oder ganz einfach darauf vertraut, dass solche Verfassungsbestimmungen ohnehin nicht umgesetzt werden können. Der HEV begrüsst zwar durchaus die Förderung erneuerbarer Energien. Er setzt sich jedoch für realistische Lösungen ein und lehnt solche Schreck-Vorlagen mit aller Entschiedenheit ab.

 

Initiative

Gegenvorschlag

Strom

 

Ausschliesslich erneuerbar
(kein Strom aus Gas, Kohle, KKW, Abfall)

 

 

 

ab 2025:   75%

ab 2035: 100%

 

 

ab 2043: 100%

Heizung und Warmwasser

 

Ausschliesslich erneuerbar
(auch kein Gas oder Heizöl)

 

 

neue Gebäude

ab 2015: 100%

 

bestehende Gebäude

ab 2025:   50%

ab 2035:   75%

ab 2050: 100%

 

 

ab 2043: 100%