• Die Wohnung ins richtige Licht rücken

Die Wohnung ins richtige Licht rücken

08.12.2020

Energie – Je früher es draussen dunkel wird, desto wichtiger wird die Beleuchtung von Innenräumen. Wir zeigen, worauf dabei zu achten ist.

Wer derzeit abends nach Hause kommt, ersetzt das schwindende Tageslicht durch das Betätigen des Lichtschalters und sorgt so für die nötige Beleuchtung seiner Räume. Was simpel und selbstverständlich klingt, ist in Wirklichkeit ein sehr wichtiger Aspekt unseres Lebens. Der Mensch braucht eine gute Ausleuchtung seiner Umgebung, weil Licht nachweislich unser geistiges und körperliches Wohlbefinden sowie unsere Leistungsfähigkeit beeinflusst. Deshalb ist es wichtig, bei der Planung und Installation der Beleuchtung einige wesentliche Aspekte zu beachten und häufige Fehler zu vermeiden. 

Gutes Aussehen reicht nicht

Wenn Menschen eine Leuchte kaufen, achten sie meist hauptsächlich darauf, dass sie ihnen optisch gefällt und gut in einen bestimmten Raum passt. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass das Licht dieser Leuchte ihnen guttut. «Die Atmosphäre eines Raums hängt weniger vom Aussehen der Leuchte ab als vielmehr von ihrer Lichtqualität», erklärt Susanne Meer. Die auf Lichtplanung spezialisierte Innenarchitektin weiss, weshalb Menschen beim Kauf vor allem auf das Äussere achten: «Das Aussehen eines Objekts nehmen wir bewusst wahr, Licht hingegen unterbewusst.» Deshalb lasse man sich oft von der bewussten Wahrnehmung leiten. Meer empfiehlt, beim Kauf auf den CRI-Wert zu achten, der die Qualität der Farbwiedergabe ausweist – ein Wert über 95 gilt als sehr gut. Eine Leuchte soll zudem nicht blenden. Und schliesslich reicht eine Lichtquelle pro Raum in der Regel nicht: Für eine gleichmässige und angenehme Ausleuchtung benötigt man mehrere Lichtquellen.

Raumlicht auf Nutzung abstimmen

Das Wohnzimmer ist der Mittelpunkt einer Wohnung und meist auch der Raum, in dem man sich am meisten aufhält. Entsprechend wichtig ist die richtige Beleuchtung, was aber gar nicht so einfach ist. Das Wohnzimmer nutzen wir nämlich für unterschiedlichste Aktivitäten: Wir entspannen uns, arbeiten, lesen, spielen, diskutieren oder sitzen vor dem Fernseher. «Im Wohnzimmer brauchen wir flexibles Licht. Die Beleuchtung sollte daher möglichst dimmbar sein, damit man sie auf die jeweiligen Bedürfnisse einstellen kann», empfiehlt Susanne Meer. «Beim Lesen und Arbeiten beispielsweise brauchen wir eine helle Beleuchtung, beim Entspannen und Fernsehen eher eine gedämpfte. »

Das Arbeiten im Homeoffice, zuletzt dank der Corona-Krise immer verbreiteter, benötigt ebenfalls passende Lichtverhältnisse. Expertin Meer weist darauf hin, dass das Licht auf keinen Fall blenden darf. Blendung verursacht im Gehirn einen hohen Mehraufwand, wodurch man rasch müde wird und die Konzentrationsfähigkeit nachlässt. Wichtig sei zudem, dass das Licht am Arbeitsplatz gleichmässig und flächig abgestrahlt wird, dass also keine Schatten entstehen. Schliesslich gilt es auch, die Lichtfarbe (siehe Infobox) zu beachten. Idealerweise hat die Arbeitsbeleuchtung eine dem Tageslicht möglichst ähnliche Lichtfarbe, denn dies macht uns wacher und vitaler. Die Lichtfarbe eines Leuchtmittels steht in der Regel auf der Verpackung – darauf sollte man beim Kauf also achten.

LEDs überzeugen

Apropos Kaufentscheid – kaufe ich denn nun eine LED- oder eine Halogenlampe? Oder gar eine Leuchtstoffröhre? LED-Lampen bieten eindeutig das beste Gesamtpaket, denn sie sind sehr energieeffizient und haben eine lange Lebensdauer, was den leicht höheren Anschaffungspreis rechtfertigt. Leuchtstoffröhren dagegen sind trotz günstiger Anschaffungskosten nicht empfehlenswert, denn sie enthalten Quecksilber. Der Verkauf der meisten Halogenlampen wiederum ist in der Schweiz seit 2018 verboten, nur einige wenige Varianten in speziellen Bauformen sind noch erhältlich. Halogenlampen können in der Regel durch eine entsprechende LED-Lampe ersetzt werden, wenn sie kaputt gehen. 

Susanne Meer stellt derzeit verschiedene Beleuchtungstrends fest. Sehr beliebt seien flexible Leuchten, also solche, die sich im Handumdrehen verstellen, umplatzieren oder umgestalten lassen. «Wichtige Themen sind auch Energieeffizienz und Nachhaltigkeit, weshalb LED-Leuchten klar im Fokus stehen», ergänzt die Expertin. Daneben beobachtet sie auch einen Trend zur Digitalisierung der Lichttechnik, beispielsweise durch die Fernbedienung über das Smartphone oder das Tablet im Rahmen von Smarthome-Anwendungen.

Beratung einholen

Innenarchitektin Meer empfiehlt, der Lichtplanung insbesondere bei Neubauten und Sanierungen das nötige Augenmerk zu schenken. Es sei wichtig, die Leuchten richtig zu platzieren und aufeinander abzustimmen. «Deshalb lohnt es sich, von einer kompetenten Fachperson ein Lichtkonzept erstellen zu lassen», ist sie überzeugt. Wer darauf verzichte, riskiere, dass zu wenig Stromanschlüsse vorhanden seien oder dass sich diese an der falschen Stelle befänden. Die richtige Beleuchtung will also geplant sein, damit man von einem angenehmen und gesunden Licht in den Wohnräumen profitieren kann.


LED statt Halogen – und 125 Franken erhalten

Aktion – Wer seine alte, ineffiziente Halogen-Stehleuchte durch eine neue LED-Leuchte ersetzt, erhält 40 Prozent des Kaufpreises zurückerstattet. Mit diesem attraktiven Angebot will das Förderprogramm «alledin» Hausbesitzer davon überzeugen, auf eine energieeffiziente Beleuchtung umzusteigen.

Alte Halogen-Stehleuchten sind in Schweizer Haushalten weit verbreitet. Das Problem: Sie wandeln nur 7 Prozent der Elektrizität in Licht um, der Rest verpufft als Abwärme. Dadurch sind Halogenleuchten alles andere als effizient und verbrauchen unnötig viel Strom. LED-Leuchten dagegen sind 

wesentlich energieeffizienter und verfügen zudem über eine deutlich höhere Lebensdauer. Auch in Bezug auf die Lichtqualität sind LED-Leuchten mindestens ebenbürtig. Um den Umstieg auf LED zu erleichtern, bietet das Förderprogramm «alledin» von ProKilowatt finanziellen Support beim 

Ersatz von Halogen-Stehleuchten.

Zwei Fotos genügen

Konkret erhält man 40 Prozent des Kaufpreises oder maximal 125 Franken vergütet, wenn man die alte Halogen-Stehleuchte entsorgt und eine neue, energieeffiziente LED-Leuchte kauft. Ob in einem Geschäft oder über das Internet – wo die neue Beleuchtung erworben wird, spielt dabei keine 

Rolle. Um den Förderbeitrag zu erhalten, muss man keine komplizierten Formulare ausfüllen und einsenden. Stattdessen genügt es, zwei Fotos zu schiessen und hochzuladen.

In drei Schritten zum Geld

1. Die Stehleuchte (mit R7s-Sockel) in einer Entsorgungsstelle oder im Fachgeschäft entsorgen und den Moment der Entsorgung in einem Foto mit dem Smartphone festhalten.

2. Eine neue, effiziente LED-Leuchte ab 125 Franken kaufen und die Quittung fotografieren.

3. Beide Fotos auf www.alledin.ch hochladen und den Namen sowie die IBAN-Nummer des Bank- oder Postkontos angeben. Die Gutschrift erhält man dann auf das angegebene Konto überwiesen.

Corona-Bonus für Förderprogramm

«alledin» ist das erste Programm des Bundesamt für Energie für private Haushalte. Im Wort «al-LED-in» verschmilzt Aladins Wunderlampe mit dem Kürzel LED. Die Aktion läuft noch bis Ende 2021. Um die Haushalte während der Corona-Krise zu unterstützen, hat das Bundesamt für Energie den Förderbeitrag von 30 auf 40 Prozent erhöht. Es lohnt sich derzeit also besonders, auf eine energieeffiziente Beleuchtung zu setzen.

Text: Remo Bürgi, Faktor Journalisten

Lichtfarbe

Die Lichtfarbe (manchmal auch als Farbtemperatur bezeichnet) charakterisiert den Farbeindruck einer Lichtquelle wie zum Beispiel einer Leuchte. Sie wird in Kelvin (K) angegeben. Liegt die Lichtfarbe unter 3300 Kelvin, bezeichnet man das Licht als warmweiss. Das empfinden wir als gemütlich und behaglich: Kerzenlicht zum Beispiel hat rund 1500 Kelvin. Im Bereich von 3300 bis 5300 Kelvin spricht man von neutralweissem Licht, wie es etwa in einem Operationssaal vorkommt. Mehr als 5300 Kelvin nennt man tageslichtweisses Licht, weil es ähnlich wirkt wie Tageslicht. Wir nehmen es als technisch, aber auch anregend wahr.

Lichtmarkt Schweiz

Die Schweizer Licht Gesellschaft (SLG) hat im Auftrag des Bundesamts für Energie untersucht, wie sich der Lichtmarkt in der Schweiz 2019 entwickelt hat. Der Gesamtumsatz der verkauften Leuchten und Lampen betrug mit 1,07 Mrd. Franken etwas weniger als im Vorjahr, was teilweise auf die längere Lebensdauer von LED-Leuchten und -Leuchtmitteln zurückzuführen sein dürfte. LED-Leuchten erreichten bei der Innenbeleuchtung ebenso wie bei der Aussenbeleuchtung einen Anteil von rund 80 Prozent. Marktanteile zugelegt haben die sogenannten LED-Retrofit-Lampen, die als Ersatz für Glühlampen dienen: Sie machten 57 Prozent aller verkauften Leuchtmittel aus (2018: 41 Prozent).